Eine riesige Vorratshalde der Tristesse – Gespräch mit Gregor Mothes über seine Fotoserie „Das traurige Sonntagsbild“

Wir hören ein Gespräch mit dem Autor Gregor Mothes über seine Fotoserie „Das traurige Sonntagsbild“, das fortlaufend auf Instagram und nun auch in Form eines Jahresunabhängigen Kalenders im Satyr-Verlag erscheint. In den Fotografien sieht man Tristesse in Berlin, Sachsen-Anhalt, Leipzig und weiteren tristen Orten… aber im Gespräch geht es auch um das Verhältnis von Tristesse und Komik… Und nicht ganz fernab jeglicher Tristesse geht es auch um das Spielgeschehen in der Regionalliga Nordost und einen Blog namens Picke.Grätsche.Aus, an dem der Autor auch beteiligt ist… Nicht gänzlich fernab jeglicher Komik geht’s auch darum, wie man Fotos in einem Radio-Interview beschreibt…

In andere Gegenden, wo es interessant ist… – Gespräch mit Rita Jorek über die Schriftstellerin Helga M. Novak

Helga M. Novak war eine der faszinierendsten Schriftstellerinnen der DDR und der Bundesrepublik, aber auch eine der ersten Beatnik-Schriftstellerinnen Islands… das deutet schon an, das man ihr mit Zuschreibungen nicht so leicht gerecht werden kann… sie ist als Dichterin bekannt geworden und populär insbesondere auch durch ihre autobiografischen Romane „Die Eisheiligen“, „Vogel federlos“ und „Im Schwanenhals“, die zwischen 1979 und 2013 erschienen sind. Am 24.12.2013 ist Helga M. Novak gestorben und wir schauen zurück auf ihren schon beinah surreal wirkenden Lebenslauf…mit Einblicken in die autobiografischen Romane von Helga M. Novak in einem Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Rita Jorek… Kommt auch auf UKW... Freitag 25.12. um 19 Uhr…99.2 in Leipzig…

Eigenen Lebensraum selbst gestalten – Gespräch mit der Punkwerkskammer zu Leipzig und Gespräch mit Katharina Krefft zur Verhinderung einer Räumung

Wir hören ein Gespräch mit Katharina Krefft (Bündnis90/ Die Grünen) zur Verhinderung einer Räumung des Hausprojekts Punkwerkskammer in der Nähe des Hauptbahnhofs in Leipzig. Das Gebäude in der Berliner Strasse wird von ehemaligen Wohnungslosen als soziales Projekt und Hilfsangebot selbst ausgebaut und ist allerdings nur vom Eigentümer geduldet, ohne bindenden Mietvertrag. Die Nutzungsvereinbarung ist ausgelaufen, eine Räumung des Geländes konnte bis März aufgeschoben werden, aber eine Lösung steht noch aus. Die Menschen aus der Punkwerkskammer beschreiben zu Beginn ihre Idee vom Haus…

Rückblick auf die Dokwoche


Hier nun noch ein kleiner Rückblick auf die 63ste Dokwoche…
Da lief am Donnerstag der Film Verwundene Fäden – er behandelt in drei Teilen den Weg der Seide für Fallschirme – von der NS-Seidenraupenzucht als Propaganda-Programm über die Luftlandeschlacht auf Kreta 1941 bis hin zur dortigen Wiederverwendung der Fallschirme als Taschentücher und Kleider. Die Spurensuche begann bei den Maulbeerhecken eines Leipziger Kleingartenvereines. Sie wurden Ende der 1930er Jahre für die NS-Seidenraupenzucht angelegt. Auch wurde 1939 ein Lehrfilm über die Zucht in Leipzig produziert. Den Spuren im sächsischen Kleingarten und der Bestimmung der Seidenraupen im NS-Lehrfilm folgend führt der Weg auf die touristische Insel Kreta. Wo selten Flugzeuge geflogen waren, sprangen in einer Woche im Mai 1941 10.000 Fallschirmjäger auf die karge Insel ab. Aus der Perspektive von kretischen Zeitzeuginnen wird die Luftlandeschlacht und der Terror der dreijährigen deutschen Besatzung erzählt. Die seidenen Fallschirmstoffe wurden zerteilt, zugeschnitten und zu Taschentüchern und Kleidern weiterverarbeitet. Die Handarbeitsprozesse sind zeitliche Einheiten, die sich in den Körper eingeschrieben und auch die Erinnerung strukturiert haben. Wir hören ein Gespräch mit Regisseurin Deborah Jeromin…näheres zum Film hier…

Hier noch ein Gespräch zum 63.sten Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, mit Christiane Wilhelm und Julia Bierstedt vom Dok Leipzig… Die Dokwoche war 2020 vom 26. Oktober bis 1. November 2020 in Leipzig und dieses Jahr auch im Internet zu betrachten…

>>25<< – Bibliotheken


>>25<< ist eine Sendereihe im Programm von Radio Blau zum Wandel der Stadtgesellschaft.
Wie hat sich Leipzig in den letzen 25 Jahren verändert? Wie wird es in 25 Jahren aussehen? Und was könnten wir tun, um Einfluss darauf zu haben? Thema diesmal: Bibliotheken – wie haben diese öffentlichen Bücheransammlungen sich in den letzten 25 Jahren gewandelt und wie sieht die Zukunft aus? Wir haben mit dem Schriftsteller Jan Kuhlbrodt, mit der Leiterin der Städtischen Bibliotheken Susanne Metz, mit dem Direktor der Universitätsbibliothek in Leipzig Ulrich Johannes Schneider und mit Barbara von der feministischen Bibliothek Mona Liesa gesprochen… Für mich war es eine Annäherung an das, was an den Bibliotheken wichtig ist und wie es sich vielleicht in der Zukunft verändern wird. Das ist natürlich ziemlich spekulativ und aus Science-Fiction-Literatur nicht so leicht abzuleiten… Die Bibliotheken wirken auf die Gesellschaft ein und die Gesellschaft wirkt mit ihren Konsumvorlieben und Bildungsvorstellungen, aber auch mit politischen Forderungen auf die Bibliotheken ein… Vielleicht sind die Technikphantasien, die in Zukunftsentwürfen immer eine grosse Rolle spielen, gar nicht so wichtig… in meiner Jugend waren die Bibliotheken eine Art Zuhause für mich und es wird wohl immer genügend Menschen geben, die die Bibliothek als öffentliches Zuhause benötigen…
Und im Archiv der freien Radios ist auch die ganze Reihe nachzuhören…

Das hab ich mir alles ausgedacht – Gespräch mit Thorsten Nagelschmidt zu seinem Roman „Arbeit“

Ich hab die Romane „Arbeit“ und „Was kostet die Welt?“ von Thorsten Nagelschmidt alias Nagel gelesen. Das hat ganz gut in meinen Lektüreplan gepasst, weil ich gerade immer noch am „Ulysses“ herumlaboriere (ca. Seite 425), denn bei „Arbeit“ handelt es sich ebenfalls um einen Grossstadtroman, der auch aus ganz unterschiedlich angelegten persönlichen Perspektiven Zugänge in die Stadt und aus ihr raus legt, allerdings geht es um Berlin und nicht um Dublin. Gleich zu Beginn lernen wir den Taxifahrer Bederitzky kennen, der im Oberseepark im Berliner Nordosten auf einer Parkbank sitzt. Im Verlaufe der Geschehnisse, die sich über 20 Kapitel und mindestens ebensoviel Romanpersonal erstrecken, verfolgen wir Menschen, die die Stadt aus ihrer persönlichen Perspektive und Sprache beschreiben und damit auch die meist äusserst zerbrechlichen und notdürftigen Arbeitsverhältnisse, mit denen sie ihre Existenz bestreiten. Auch die sozialen Verknüpfungen und Beziehungen, die sich durch die Arbeit ergeben, werden zum Gegenstand der Beschreibung. Wir hören nun gleich einen Ausschnitt aus dem Roman „Arbeit“ von Thorsten Nagelschmidt, Ende April im S.Fischer-Verlag erschienen und im folgenden Gespräch mit dem Autor, der auch Sänger und Texteschreiber bei der Punkband Muff Potter war, versuchen wir, der Vielstimmigkeit im Roman auf den Grund zu gehn… Am 22.9. liest Nagel im Conne Island aus dem Roman…

Watzizizezitsch. Rebisch, zwog. Über Sprachen und Stimmen – Gespräch zur Ausstellung mit Katharina Zimmerhackl

In Leipzig wird am Donnerstag, dem 23.Juli im Kunstraum D21 eine Ausstellung eröffnet, die sich mit Sprachen und Stimmen beschäftigt… Mit dem Zur-Sprache-Finden und mit den gesellschaftlichen Möglichkeiten, über eine Stimme zu verfügen. Radio Blau hat sich mit Katharina Zimmerhackl unterhalten, die die Ausstellung mitkonzipiert hat, die dort vom 23. Juli–30. August zu besichtigen ist.

Aufnehmen tu ich alles, was mir in die Quere kommt – Gespräch mit Patrick Franke über Vögel, Kunst und Field Recordings

Wir hören ein Gespräch mit Patrick Franke über Vögel und Kunst, aber auch andere Dinge. Er hat bis 2008 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert und tritt am Donnerstag, dem 9.Juli beim Hörspielsommer in Erscheinung und im August nochmal bei der Geräuschkulisse.

Fliegen und Schlafen – Gespräch zum Tag des Mauerseglers mit René Sievert vom Nabu in Leipzig

Der Mauersegler legt in seinem Leben sehr lange Strecken im Flug zurück und ist sogar in der Lage, während des Fliegens zu Schlafen. Er nistet in Mitteleuropa an Häusern und hat es zunehmend schwierig, da geeignete Stellen für den Nestbau zu finden. Darum hat der Naturschutzbund Leipzig den Tag des Mauerseglers am 7.Juli ausgerufen. Radio Blau hat sich mit René Sievert, der im Nabu tätig ist, darüber unterhalten…

Allmähliche Zerkrümelung# Knarf Rellöm

Heute um 16 Uhr im Radio: Ausserplanetarische Opposition… Gespräch mit Knarf Rellöm und Musik aus dem umfangreichen Gesamtwerk von Elektrik China, Huah! und zur Ladies Love Knarf Rellöm, der Knarf Rellöm Trinity, bis hin zur Zukunft und den Umherschweifenden Produzenten, sowie den 1000 anderen Inkarnationen dieses ausserirdischen Phänomens. Mit Gespräch zu Motiven wie Ausserirdischkeit, Dialogrock oder Abschweifungen aus dem textlichen Gesamtwerk, das nun auch in Form des Buches „Wir müssen die Vergangenheit endlich Hitler uns lassen“ im Ventil-Verlag vorliegt.
Auf 99,2 mhz in Leipzig oder hier. Oje zu langsam…dann hier.