Gespräche zum Tag der Wohnungslosen in Leipzig

Am Samstag, dem 11. September hat sich Radio Blau auf den Rossplatz begeben und vom Tag der Wohnungslosen in Leipzig berichtet… der bundesweite Aktionstag wird in Leipzig alljährlich von der AG Recht auf Wohnen organisiert. Dieses Jahr überaus gut besucht und mit einem Theaterstück namens „Seitdem ich denken kann, habe ich ein gebrochenes Herz“ von und mit der Wohnungslosen-Theatergruppe „Wir machen Theater- aber anders!“ in Zusammenarbeit mit Pia Ringhoff von der Theaterwerkstatt Bielefeld im Ringcafe… Der Tag der Wohnungslosen war also durchaus unterhaltsam, so waren die Leipziger Übernachtungshäuser und die Leipziger Diakonie mit ihren verschiedenen Angeboten vor Ort. Dabei war auch das Suchtzentrum gGmbH, die Bahnhofsmission Leipzig und die Unternehmensgruppe St. Georg. Streetwork. Projekte wie die des machtLos e. V. oder des Amtes für Jugend und Familie haben ihre speziellen Angebote für junge Menschen erklärt. Auch das Sozialamt Leipzig, Abteilung Soziale Wohnhilfen, und der CABL e. V waren dabei. Aus dem Bereich der ambulant betreuten Wohnprojekte ist der Caritasverband Leipzig e. V, das Ökumenisches Wohnprojekt Quelle e. V. sowie das Jugendhaus Leipzig e. V. vor Ort gewesen. Ebenso präsentieren sich ehrenamtliche Projekte wie TiMMi ToHelp e. V. oder die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen…. Und Radio Blau berichtete live mit Gesprächen und Musik, von denen wir hier einige nachhören können… Und am Sonntag hatten wir noch Marcus von der Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen live hier im Radio…

Es kann Jede und Jeden treffen – Gespräch mit Becky Wehle vom Machtlos e.V. und der AG Recht auf Wohnen zum Tag der Wohnungslosen in Leipzig… Der Machtlos e.V. ist seit den 90er Jahren mit Unterstützungsangeboten für junge Leute im Leipziger Süden verankert… mehr im Gespräch:

wir hören ein Gespräch mit Siegfried Schlegel von der AG Recht auf Wohnen zum Tag der Wohnungslosen in Leipzig am Samstag und sprechen über unsere Perspektive aufs Wohnen überhaupt… Es geht auch um das Modellprojekt „Eigene Wohnung“, einer Umsetzung der „Housing First“-Idee in Leipzig…

mit Benjamin Müller von der Leipziger Oase und der AG Recht auf Wohnen über die Situation für Wohnungslose in Leipzig und die momentane Entwicklung

mit dem Verein CABL e.V. (Clearingstelle Anonymer Behandlungsschein) über Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung

mit einer wohnungslosen Frau aus Leipzig, die sich einen ganz besonderen Ort im öffentlichen Raum gestaltet hat

mit der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

mit Pia Ringhoff von der Theaterwerkstatt Bielefeld über das Theaterstück „Seitdem ich denken kann, habe ich ein gebrochenes Herz“ und die Wohnungslosen-Theatergruppe „Wir machen Theater- aber anders!“…

Weit hinten am Ende des Waldwegs Flammen

Wir hören ein Gespräch mit Martina Hefter über ihren Gedichtband „In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen“

In dem Gedichtband „in die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen“ von Martina Hefter findet sich eine Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Natur, mit Verwertungsprozessen und dem möglichen Verschwinden des Menschen aus der Natur…zumeist in Form von Langgedichten, Sagen in Gedichtform, Gedichtessays…der Band ist 2021 bei Kook Books erschienen… Die Texte sind auch ein phantastisches Dokument einer Annäherung an den Leipziger Auwald und der Gespenster, die in ihm wohnen. Auch natürlich der Worte und Begriffe, die den Dingen innewohnen. Wenn man im Auwald selbst oft unterwegs ist und ein ganzes Erinnerungsuniversum daran geknüpft ist, freut man sich besonders über diese Langgedichte, aber man kann überhaupt gut an die Texte andocken. Im Jahre 1909 hat sich übrigens laut Aufzeichnungen der junge Medizinstudent und Dichter William Carlos Williams im Leipziger Auwald verirrt, der hat auch später abstrakten Orten schöne Gedichterinnerungsorte gesetzt. Wir tauchen gleich hinein in den Text…

Lesung mit Cornelia Lotter am 27. August 19 Uhr im Tulpenweg 6 und bei Radio Blau

Wir hören nun ein Gespräch mit der Schriftstellerin Cornelia Lotter über ihren Roman „Schwarzer Mohn“ und zu Beginn einen kurzen Ausschnitt daraus… der Roman beginnt in einer Gartenlaube in Kleinzschocher im Südwesten Leipzigs ca.1941… Elsa Hauke wohnt dort mit ihrem Mann Max und Sohn Karl… sie beschliessen Zwangsarbeitern aus ihrer Umgebung im Leipziger Westen zu helfen… Neben der Geschichte von Elsa wird die Geschichte von Taissija Tonkonog und anderen sowjetischen ZwangsarbeiterInnen erzählt. Kann man mit gegenseitiger Hilfe und mit Flugblättern was gegen das NS-Regime der Zwangsarbeit tun? Dabei helfen, den Krieg zu beenden? Welche Rolle haben Frauen im Widerstand gespielt? Die Geschichte basiert auf der authentischen Geschichte des Internationalen Antifaschistischen Komitees.…

Radio Blau wird am Freitag, dem 27. August eine Lesung mit Cornelia Lotter Live in einem Kleingarten in Kleinzschocher veranstalten, das auch zugleich um 19 Uhr bei Radio Blau übertragen wird… Ihr könnt live dabei sein, dann müsst ihr ab 18 Uhr in den Tulpenweg 6 kommen (KGV Waldfrieden, hier)

Zur Einstimmung mein Gespräch mit Cornelia Lotter zum Roman „Schwarzer Mohn

Hier noch die komplette Lesung inklusive Regengeräuschen…

It’s a miracle of compression – Interview with Kate Evans on her Comic „Red Rosa“ about the Life of Rosa Luxemburg

The Comic „Red Rosa“ (In german Translation „Rosa: Die Graphic Novel über Rosa Luxemburg“) by Kate Evans manages to fit the life of Rosa Luxemburg and her theoretical work into 224 pages… she explained to me, how it came into existence… Wir hören ein Gespräch mit Kate Evans, der Autorin des Comics „Rosa: Die Graphic Novel über Rosa Luxemburg“…sie erzählt, wie der Comic entstanden ist und was Rosa Luxemburg uns heute sagen kann….(in englischer Sprache)…

Gnom Gnom Gnom – Gespräch mit FaulenzA über „Inselgnome auf der Walz“

So… nun als nächstes hört ihr ein Gespräch mit FaulenzA, weltberühmte Musikerin und Autorin von Büchern auch…z.b. von dem Buch „Support your sisters not your CISters“, zur Diskriminierung von Trans-Weiblichkeiten… und auch von den hervorragenden „Inselgnomen auf der Walz“ , die als Hörbuch anhörbar sind und nun auch gedruckt vorliegen, aber zum anhören nun in Form von „Inselgnome gehn aufs Ganze“ auch noch weiter durch die Gegend ziehen und die Weltmeere bereisen…


Eine riesige Vorratshalde der Tristesse – Gespräch mit Gregor Mothes über seine Fotoserie „Das traurige Sonntagsbild“

Wir hören ein Gespräch mit dem Autor Gregor Mothes über seine Fotoserie „Das traurige Sonntagsbild“, das fortlaufend auf Instagram und nun auch in Form eines Jahresunabhängigen Kalenders im Satyr-Verlag erscheint. In den Fotografien sieht man Tristesse in Berlin, Sachsen-Anhalt, Leipzig und weiteren tristen Orten… aber im Gespräch geht es auch um das Verhältnis von Tristesse und Komik… Und nicht ganz fernab jeglicher Tristesse geht es auch um das Spielgeschehen in der Regionalliga Nordost und einen Blog namens Picke.Grätsche.Aus, an dem der Autor auch beteiligt ist… Nicht gänzlich fernab jeglicher Komik geht’s auch darum, wie man Fotos in einem Radio-Interview beschreibt…

In andere Gegenden, wo es interessant ist… – Gespräch mit Rita Jorek über die Schriftstellerin Helga M. Novak

Helga M. Novak war eine der faszinierendsten Schriftstellerinnen der DDR und der Bundesrepublik, aber auch eine der ersten Beatnik-Schriftstellerinnen Islands… das deutet schon an, das man ihr mit Zuschreibungen nicht so leicht gerecht werden kann… sie ist als Dichterin bekannt geworden und populär insbesondere auch durch ihre autobiografischen Romane „Die Eisheiligen“, „Vogel federlos“ und „Im Schwanenhals“, die zwischen 1979 und 2013 erschienen sind. Am 24.12.2013 ist Helga M. Novak gestorben und wir schauen zurück auf ihren schon beinah surreal wirkenden Lebenslauf…mit Einblicken in die autobiografischen Romane von Helga M. Novak in einem Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Rita Jorek… Kommt auch auf UKW... Freitag 25.12. um 19 Uhr…99.2 in Leipzig…

Eigenen Lebensraum selbst gestalten – Gespräch mit der Punkwerkskammer zu Leipzig und Gespräch mit Katharina Krefft zur Verhinderung einer Räumung

Wir hören ein Gespräch mit Katharina Krefft (Bündnis90/ Die Grünen) zur Verhinderung einer Räumung des Hausprojekts Punkwerkskammer in der Nähe des Hauptbahnhofs in Leipzig. Das Gebäude in der Berliner Strasse wird von ehemaligen Wohnungslosen als soziales Projekt und Hilfsangebot selbst ausgebaut und ist allerdings nur vom Eigentümer geduldet, ohne bindenden Mietvertrag. Die Nutzungsvereinbarung ist ausgelaufen, eine Räumung des Geländes konnte bis März aufgeschoben werden, aber eine Lösung steht noch aus. Die Menschen aus der Punkwerkskammer beschreiben zu Beginn ihre Idee vom Haus…

Rückblick auf die Dokwoche


Hier nun noch ein kleiner Rückblick auf die 63ste Dokwoche…
Da lief am Donnerstag der Film Verwundene Fäden – er behandelt in drei Teilen den Weg der Seide für Fallschirme – von der NS-Seidenraupenzucht als Propaganda-Programm über die Luftlandeschlacht auf Kreta 1941 bis hin zur dortigen Wiederverwendung der Fallschirme als Taschentücher und Kleider. Die Spurensuche begann bei den Maulbeerhecken eines Leipziger Kleingartenvereines. Sie wurden Ende der 1930er Jahre für die NS-Seidenraupenzucht angelegt. Auch wurde 1939 ein Lehrfilm über die Zucht in Leipzig produziert. Den Spuren im sächsischen Kleingarten und der Bestimmung der Seidenraupen im NS-Lehrfilm folgend führt der Weg auf die touristische Insel Kreta. Wo selten Flugzeuge geflogen waren, sprangen in einer Woche im Mai 1941 10.000 Fallschirmjäger auf die karge Insel ab. Aus der Perspektive von kretischen Zeitzeuginnen wird die Luftlandeschlacht und der Terror der dreijährigen deutschen Besatzung erzählt. Die seidenen Fallschirmstoffe wurden zerteilt, zugeschnitten und zu Taschentüchern und Kleidern weiterverarbeitet. Die Handarbeitsprozesse sind zeitliche Einheiten, die sich in den Körper eingeschrieben und auch die Erinnerung strukturiert haben. Wir hören ein Gespräch mit Regisseurin Deborah Jeromin…näheres zum Film hier…

Hier noch ein Gespräch zum 63.sten Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, mit Christiane Wilhelm und Julia Bierstedt vom Dok Leipzig… Die Dokwoche war 2020 vom 26. Oktober bis 1. November 2020 in Leipzig und dieses Jahr auch im Internet zu betrachten…

>>25<< – Bibliotheken


>>25<< ist eine Sendereihe im Programm von Radio Blau zum Wandel der Stadtgesellschaft.
Wie hat sich Leipzig in den letzen 25 Jahren verändert? Wie wird es in 25 Jahren aussehen? Und was könnten wir tun, um Einfluss darauf zu haben? Thema diesmal: Bibliotheken – wie haben diese öffentlichen Bücheransammlungen sich in den letzten 25 Jahren gewandelt und wie sieht die Zukunft aus? Wir haben mit dem Schriftsteller Jan Kuhlbrodt, mit der Leiterin der Städtischen Bibliotheken Susanne Metz, mit dem Direktor der Universitätsbibliothek in Leipzig Ulrich Johannes Schneider und mit Barbara von der feministischen Bibliothek Mona Liesa gesprochen… Für mich war es eine Annäherung an das, was an den Bibliotheken wichtig ist und wie es sich vielleicht in der Zukunft verändern wird. Das ist natürlich ziemlich spekulativ und aus Science-Fiction-Literatur nicht so leicht abzuleiten… Die Bibliotheken wirken auf die Gesellschaft ein und die Gesellschaft wirkt mit ihren Konsumvorlieben und Bildungsvorstellungen, aber auch mit politischen Forderungen auf die Bibliotheken ein… Vielleicht sind die Technikphantasien, die in Zukunftsentwürfen immer eine grosse Rolle spielen, gar nicht so wichtig… in meiner Jugend waren die Bibliotheken eine Art Zuhause für mich und es wird wohl immer genügend Menschen geben, die die Bibliothek als öffentliches Zuhause benötigen…
Und im Archiv der freien Radios ist auch die ganze Reihe nachzuhören…