Elektrische Spaziergänge in Kassel…



Die documenta 14 (also die 14te documenta) hat gestern, am 10.juni in kassel begonnen. Sie ist nicht die erste documenta, die auf mehrere orte, also auch orte im ausland aufgeteilt ist, aber doch diesmal ziemlich konsequent… zum ersten mal war ein anderer ort, nämlich athen in ähnlichen umfang wie kassel ausstellungsort der seit 1955 existierenden weltkunstausstellung. Und das mit Zeitverschiebung. In Athen hat die 14te documenta schon am 8. april begonnen und geht da auch noch bis juli weiter. Die documenta als museum der 100 tage hat sich also irgendwie verdoppelt. Ganz neu ist das nicht. Angefangen hat es vielleicht 2002 mit der 11ten documenta, die okwui enwezor zusammengestellt hatte. Sie war in mehrere sogenannte plattformen aufgeteilt, wobei man sich darunter vielleicht sowas wie vertiefende erkundungen an anderen orten, in anderen teilen der welt vorstellen kann… wobei diese verteilung auf andere orte auch als idee von einer dezentralisierung oder globalisierung der kunstbetrachtung ausging… im nachgang zu den g8-protesten in genua im jahre 2001 ist mir die documenta 11 irgendwie

Von Fritz-F - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28834243

gleichzeitig als globalisierte und kapitalismuskritische documenta in erinnerung geblieben… aber diese reduzierung der doch immer recht unübersichtlichen documenta zeigt schon, das man sich ganz gern dieser konzepthaftigkeit der documenta hingibt… wenn man nämlich erstmal in kassel ist, dann geschieht eigentlich immer dasselbe… man geht, läuft, fährt und spaziert oder schleppt sich durch tausende kunstwerke und meistens gleitet man an ihrer oberfläche aber oder manchmal taucht man unter ihre oberfläche…. Je nach verweildauer, geduld, hunger und durst oder dem gefühl, mal dringend aufs klo zu müssen, aber keins in der nähe zu haben… dazu kommt vielleicht noch das man die dinge möglicherweise durch einen filter betrachtet, ich habe in den frühen 90er jahren in kassel gelebt, bin da in den späten 80er jahren zur schule gegangen, man erinnert sich an einen ort, wo man gearbeitet hat oder guckt etwas genauer auf die doch immer auch sehr statische präsenz dieser stadt, die immer ein bisschen aus der zeit gefallen ist… hat sich da um den hauptbahnhof rum wirklich so viel verändert seit ich da immer zur schule langgegangen bin 1987? nicht so viel… einerseits erschreckend, andererseits auch ein bisschen unschuldig und komisch…. Ich denke bei kassel immer an so worte wie entfremdung, ruine oder seltsames ladengeschäft… auch die documenta ist eine ausstellung der begriffe, konzepte und manchmal auch eine der poetischen bezüge… zumindest wenn es mal wieder gelingt unter die oberfläche des ganzen einzutauchen… so alt wie die documenta ist auch schon die kritik an der documenta und dieses jahr scheint die politische verortung der ausstellung, die von adam szymczyk zusammengestellt wurde, diese kritik auch wieder magnetisch anzuziehen… der begriff „oberfläche“ spielt dabei auch wieder eine rolle… einerseits wird die documenta scheinbar als liberale fassade oder deckmäntelchen eines spätkapitalismus nach dem ende der geschichte gesehen, andererseits hat man mitleid mit der kunst, die sich immer wieder bei der documenta dieser konzepthaftigkeit unterwerfen muss, was allerdings schon immer so war… als einen von vielen schwerpunkten auf dieser documenta kann man eine beschäftigung mit der geschichte des kolonialismus sehen, dann geht es viel um die geschichte der diktaturen, auch und eben mit griechischen bezügen, aber auch um die krisenhafte gegenwart, um die von menschen und waren aus dem globalen süden in den globalen norden…. Wir sollen von athen lernen und tatsächlich ist auch ein ganzes koordinatensystem aus bezugspunkten aus athen mit nach kassel gereist…. Und in dem reiseweg taucht auch gleichzeitig wieder die bevorzugte fluchtroute des jahres 2015 vor unseren augen auf… in diesen bezügen zur geschichte des kolonialismus und imperialismus liegen vielleicht auch einige fallen verborgen, bei oberflächlicher betrachtung….zum beispiel eine verkürzte, plakative imperialismusbetrachtung… Jetzt trinke ich erstmal eines der vielen biere und esse eine bratwurst ohne die man diese ganze kunst eigentlich kaum aushält und unterhalte euch solange mit etwas musik, schon am 29. april ist das schwabinggrad ballett aus hamburg bei der documenta aufgetreten, bei einem der vorgelagerten performativen auftritte, nämlich dem parlament der körper, das war nicht in athen, sondern in kassel und dieses parlament der körper oder parlament of bodies ist eines der wiederkehrenden geschehnisse oder gar happenings, aber hört selbst… schwabinggrad ballett ist eine gruppe aus hamburger aktivisten einer lampedusa-gruppe mit fluchthintergrund, die sich nun als kollektiv arrivati nennen und leuten aus dem hamburgtypischen goldene zitronen-umfeld oder so…. Wenn ihr dranbleibt, erzähle ich dann vielleicht auch endlich mal was von dem was ich gesehen habe in kassel….ausserdem was über jürgen wense und berichte aus einer besetzten villa, die einer der schönsten orte in kassel ist und kassel braucht dringend schöne orte…

Schwabinggrad ballett – bodys will be back

Das war schwabinggrad ballett + arrivati kollektiv mit dem lied bodys will be back…zu deutsch so ungefähr „unsere leichen leben noch“, um mal rosa von praunheim und family 5 zu zitieren…. Jetzt aber zurück nach kassel, wo ich gerade eben von wilhelmshöhe nach kassel hauptbahnhof gondele. Eigentlich fühlt es sich immer noch ungewohnt an, in kassel von jemanden auf englisch nach dem weg zum hauptbahnhof gefragt zu werden, bzw ob dies der zug zum hauptbahnhof wäre…aber wenn documenta ist in kassel kann das durchaus passieren… die regiotram, eine art strassenbahn, die bis auf die dörfer fährt ist voller interessanter menschen, die grosse rollkoffer und faltpläne mit sich führen und sich in den interessantesten sprachen unterhalten… bei der letzten documenta 2012 waren durchaus beachtliche teile der ausstellung im alten hauptbahnhof untergebracht. Seit circa 1997, also etwa seit der zehnten documenta wird er nun auch als kulturbahnhof bezeichnet, aber ich habe mich noch nicht dran gewöhnt… Diesmal wurde dort die alte unterirdische strassenbahnhaltestelle mit fernsehern bestückt, auf denen videokunst gezeigt wird. Die Haltestelle ist schon seit zehn Jahren stillgelegt. Ich habe mal in der Nähe gewohnt und wundere mich darüber, wie gut sie konserviert ist. Die Werbetafeln an den Wänden scheinen immer noch dieselben zu sein und die rolltreppen waren schon damals immer kaputt. Am Ende des hinausführenden Strassenbahntunnels kann man über die Gleise gehen, was damals streng verboten war. Irgendwann bin ich da mal betrunken langgegangen nachts, allerdings sind da nachts eh keine bahnen gefahren… plötzlich steht man in der abendsonne und sieht ein schild auf dem in scheinbar griechischen buchstaben das wort xaipete steht… xaipete bedeutet „seid willkommen!“ und zusammen mit einer klanginstallation bezieht sich das schild auf eine historische begebenheit aus dem ersten weltkrieg. Teile der griechischen armee wurden gefangengenommen und nach görlitz in ostsachsen gebracht, wo sie dann als vertreter eines im krieg neutralen landes einen seltsamen status zwischen gefangenschaft und gastarbeiter innehatten. Sie hatten in görlitz eine eigene griechische zeitung, machten musikaufnahmen und arbeiteten in fabriken. Später scheinen einige von ihnen am spartakusaufstand in berlin teilgenommen zu haben. Das ist eigentlich eine der stärken der documenta, sie erzählt seltsame, widersprüchliche geschichten. Meistens muss man allerdings nachlesen, um sie zu verstehen… Die Gegend, wo der Tunnel endet und das schild steht, war eigentlich schon immer eine der seltsamsten in kassel…früher war da eine strassenbahnwendeschleife, die aber vom hauptbahnhof durch einen 30 meter tiefen steilabhang getrennt ist, ungefähr so hoch wie das arbeitsamt von kassel, das ebenfalls an diesem abhang steht. Neben dem arbeitsamt stehen nur zwei isolierte vom krieg übriggebliebene wohnhäuser, die nebenstrasse, die aufs arbeitsamt zuführt wurde eigentlich immer von einer kneipe dominiert, die einen passenden namen hatte, ich weiss nicht mehr genau, sowas wie „zur letzten rettung“ oder so ähnlich. Vor zehn jahren wurde das riesenhafte polizeipräsidium für nordhessen über die wendeschleife drübergebaut und überragt sogar noch das arbeitsamt. Ich aber gehe zurück in den tunnel, die installation mit dem xaipete-schild heisst „the welcoming gate“ und ist von dem griechischen künstler zafos xagoraris. Eine der grösseren videoinstallationen fällt mir jetzt erst auf. Sie befindet sich am anderen strassenbahntunnelende. Im toten winkel hinter den rolltreppen, also ebenfalls auf dem gleisbett, aber im tunnel in richtung stadtmitte befindet sich eine videoinstallation des französischen filmemacher michel auder, der seit 1969 in den usa gelebt hat. Er hat mit warhol zusammen chelsea girls gedreht und ist sehr an gedichten interessiert. Mir fallen erstmal die texte auf den bildschirmen auf, scheint so als wäre ich eher für texte als für bilder empfänglich. Zitate von alexander von humboldt beschreiben den in den reisetagebüchern betrachteten kolonialismus und sklavenhandel, auch james baldwin spricht zu uns als text auf dem bildschirm. Vermischt damit sehen wir filmische beobachtungen der gegenwart und illustrationen des titelgebenden bezugs, „the course of empire“ ist eigentlich eine serie von gemälden des amerikanischen malers thomas cole aus der zeit um 1830, die sich blüte und zerfall eines vielleicht römischen, vielleicht universellen imperiums beschreibt. Hier wie auf der ganzen documenta wird einem der blick unter die oberfläche nicht ganz leicht gemacht, oft mischen sich die eindrücke von der kunst mit den überresten orte, der ruinierten strassenbahnunterführung zum beispiel, wo ich mich plötzlich einem mosaik gegenübersehe, das schon immer da war, aber das ich eigentlich nie wirklich beachtet habe.

Ich begebe mich zurück ans tageslicht und gehe den alten weg zu meiner schule lang… immer bergab die werner-hilpert-strasse runter. Die geschäfte dort scheinen grossteils noch dieselben zu sein, bzw die überreste derselben. Dazu gekommen sind shisha-bars, na also, kassel hat sich also doch ein bisschen verändert. Geblieben ist die ökonomische fragwürdigkeit der geschäfte und die kargheit des kapitalismus in ureigener oder moderner kasseler ausführung. Ich merke das leipzig zu schick ist und ich die kargheit kassels da schon wieder ganz nett finde. Das verdeckt, das alles trotzdem ganz genauso funktioniert, es kommt auch ohne schöne fassaden aus. (was uns ja auch donald trump lehrt).

Allmähliche Zerkrümelung#0417: mutter und ihre ablehnende Haltung gegenüber Tofu


Schönen guten abend, du hörst allmähliche zerkrümelung, eine sendung, die sich heute mit verschiedenen neuen tonträgern aus dem Bereich des experimentellen pop bis hin zu regelrecht krachiger Musik beschäftigt. Wieso tu ich mir das an? Ich mag ihn wirklich diesen krach.. meine erste krachphase hatte ich mit ca 18, als ich die einstürzenden neubauten für mich entdeckt hab… das war im jahr 1988. die platte „5 auf der nach oben offenen richterskala“ war für neubautenverhältnisse aber schon eigentlich gar nicht mehr so krachig, sie enthält ja auch ein paar echt schöne, ruhige lieder, wie z.b. das wunderbare „morning dew“. Die neubauten verkörperten für mich das berlin der 80er jahre, das ich aber nur von irgendwelchen klassenfahrten gekannt hab und gerade darum wahrscheinlich für mich als dorfbewohner eben so faszinierend aussah. Ich fand das ziemlich surreal. Ebenfalls in den 80er Jahren in Berlin hat sich die Band „Mutter“ gegründet, genau gesagt 1986. Diese Band um den aussergewöhnlichen Sänger Max Müller hat sich mehr oder weniger aus der Vorgängerband „Campingsex“ herausgebildet. Und von Mutter ist soeben eine neue Platte herausgekommen, nämlich die „Traum vom Anderssein“. Mutter und Campingsex könnte man in ihrer Frühphase als krachigen feedbacklastigen rock bezeichnen oder wie sie selbst damals in der info auf ihrer kassette schrieben, rock mit deutschen texten. Eine Besonderheit waren von Anfang an die düsteren Texte und der lautmalerische Gesang von Max Müller. Als Beispiel hört ihr nun erstmal ein Lied von der ersten und einzigen Veröffentlichung von Campingsex, das Lied „Fall ich hinein“ von der Platte „1914“ und dann noch ein lied aus der frühphase von Mutter

campingsex – fall ich hinein
mutter – du veränderst diese welt

Das Debüt von Mutter trug den schönen Titel „Ich schäme mich, Gedanken zu haben, die andere Menschen in ihrer Würde verletzen“ und erschien 1990 auf dem Label des Bruders von Max Müller. Dieser Bruder, Wolfgang Müller ist mit seiner Band „Die Tödliche Doris“ ebenfalls ein nicht ganz unwesentlicher Bestandteil der experimentellen Abarten von Punk in Berlin. Ungemein wichtig für das Verständnis der Band Mutter ist ein Blick auf ihren bizarren Humor, wer sonst würde eine Platte „Hauptsache Musik“ nennen und die Kracherwartungen der geneigten Zuhörenden mit einem Schlager wie „Die Erde ist der schönste Platz in All“ unterlaufen. Mutter hat bis 2001 7 Platten aufgenommen und geriet dann ein bisschen ins Stocken, da einzelne Bandmitglieder aufhörten. 2010 wurde dann mit der Schallplatte mit dem ebenfalls sehr schönen Titel „Trinken, Singen, Schiessen“ wieder weiter gemacht und seit 2010 sind nochmal nunmehr drei Platten erschienen

mutter – die erde ist der schönste platz im all
mutter – wohlstandspsychiatrie

Auf der neuen Platte „Der Traum vom Anderssein“ setzt sich Mutter mal wieder mit den Nöten unserer scheinbar individualistischen Gegenwart auseinander… vielleicht muss man dazu sagen, dass sich Mutter schon immer gern mit dem Anderssein, mit der Abweichung von der Norm und aber auch der festen, unverrückbaren Verankerung des Abseitigen im Normalen beschäftigt hat. In den 80er Jahren hat sich das zb. In der Teilnahme der halben band an den horrorfilmen von Jörg Buttgereit ausgedrückt und der Blick von Mutter auf die Gesellschaft ist vielleicht auch eine Art der Betrachtung, wie sie in Horrorfilmen üblich ist. Nur das Mutter im Laufe ihrer Karriere eigentlich parallel zu einer unironischen Betrachtung des Normalen in ihren Texten auch musikalisch zu einer sehr guten imitation von normaler Musik hingefunden haben. Auf der neuen Platte „Traum vom Anderssein“ befinden sich nun Teilweise zarte Anklänge an den Krach in altgewohnter Manier, teilweise aber auch unironisches Liedgut, das sozusagen der Andersartigkeit des Individuums in der indidualisierten Gesellschaft mit den Mitteln der Kulturindustrie zu Leibe rückt…wie in Fremd…das erst nach vier minuten ein bisschen entgleist…

mutter – fremd
Mutter – Glorie

Ja, das war die kleine Mutter-Abteilung in dieser Sendung zu ehren der berliner band mutter… eigentlich möchte ich ja nicht so sehr retro sein, ich möchte in der gegenwart leben und mich nicht immer auf die vergangenheit beziehen müssen… die Band Mutter bringt mich zurück in die gegenwart. Und zwar zurück zum vergangenen mittwoch, also die jüngste vergangenheit. Da hab ich mir nämlich die italienische band „trrma“, die zur hälfte aus sizilien kommt und zur anderen hälfte aus dem süditalienischen bari. Die band besteht aus zwei personen, schlagzeug und ein seltsamer selbstgebauter elektronischer kasten, der ungefähr wie mein c64 klingt, also alle grundsätzlichen wellenformen elektronischer musik voll und ganz beherrscht. Und das klingt so

Sara Paretsky & V.I. Warshawski

Heute begeben wir uns in die Strassen von Chicagosarah-paretsky, auf der Suche nach meiner liebsten Krimiautorin. Sara Paretsky hat seit ihrem ersten Kriminalroman „Indemnity only“ oder zu deutsch Schadenersatz um die mit allen Wassern gewaschene und äusserst ausgekochte Privatdetektivin V.I Warshawski im Jahre 1982 genau 20 weitere Krimis geschrieben. In liebevollen Details werden die finstersten Gegenden Chicagos und seiner Umgebung erforscht und das klingt ungefähr so, wie ihr es nun im Hintergrund hört. Seit den ersten beiden Krimis 1982 und 1984 hat sich sowohl Chicago, als auch der in den Krimis geschilderte Alltag der Ermittlerin durch die letzten 35 Jahre hindurch ziemlich verändert, wie man sich vorstellen kann.In den Büchern kann man eine Zeitreise durch die Alltagsgeschichte Chicagos in der jüngeren Gegenwart mitmachen. Ein Grund für die Sendung ist auch, das im April 2017 ein neuer Fall von Vic. Warshawski in den USA veröffentlicht wird…der neue Krimi soll „Fallout“ heissen und ich durfte vorab hineinlesen… Auch sehr zu empfehlen ist die autobiografische Streitschrift „Writing in an age of silence“, die Sara Paretsky 2007 veröffentlicht hat. Darin schildert sie Ausschnitte aus ihrer Kindheit in der Stadt Lawrence in Kansas, ihren Weg zum Schreiben und zu Büchern, den langen und beschwerlichen Weg zur Existenz als Krimiautorin, aber auch die sozialen Umbrüche der 60er Jahre, wir erinnern uns, das der Bürgerrechtler Martin Luther King damals auch dort in Chicago war und eine neue antirassistische Bewegung im Entstehen war. Zugleich wurde die zweite Welle des Feminismus wichtig für ihre persönliche Entwicklung im Chicago der 70er Jahre. Aus diesen Erfahrungen heraus wird „Writing in an age of silence“ zu einer Streitschrift gegen die Beschneidung der Bürgerrechte nach 2001,das uneingelöste Versprechen der Gleichberechtigung und das hartnäckige Fortdauern der Bruderschaften alter Knacker und ihrer rechtskonservativen gated communities, wie man sie auch in der jetzigen us-amerikanischen Politik wieder beobachten kann. Ihr Detektivbüro befindet sich im prekären Südosten Chicagos im Pullman-Bezirk… Vic Warshawski..Ecke Leavitt St./North Avenue. Besondere Aktualität haben ihre Krimis auch durch das konsequente undogmatische Eintreten Vics gegen so ziemlich sämtliche Formen von Rassismus, Antisemikathleen-turner-vi-warshawski-1991-efbh80tismus und Alltagssexismus, wobei ihre Romanfiguren aber vielschichtig und widersprüchlich genug sind um den unbedarften Leser oder die Leserin zu überzeugen. Vic und ihre Freunde können sich auch erfreulicherweise gut gegen Behördenwillkür, ignorante Cops und die Damen und Herren der feinen Gesellschaft Chicagos durchsetzen, andererseits hat Vic aber auch überall einen guten Bekannten sitzen, im Chicago Police Department, wie in Presse und Justiz, die ihr allesamt noch einen Gefallen schuldig sind. Vom Typ her ist sie aber am Ende doch immer eher die Alleingängerin, sie beisst sich allein durch die Ignoranz der Grossstadt. Damit befindet sie sich auch in bester Gesellschaft der einsamen Helden der hard-boiled-Kriminalliteratur, die so ausgekochte Romanfiguren wie Sam Spade (Dashiel Hammett) oder Philip Marlowe(Raymond Chandler) hervorgebracht haben. Weil ich in einer Stunde nicht auf ihr circa 5000 Seiten umfassendes Gesamtwerk eingehen kann, hab ich mir einzelne, wiederkehrende Motive aus den Büchern rausgesucht und gehe etwas näher auf die von mir zuletzt gelesenen Krimis „Deadlock“ (1984), „Blacklist“ (2003) und „Critical Mass“ (2014) ein. In den Leipziger Bibliotheken kann man die Krimis übrigens ganz gut bekommen, sowohl in der Albertina, als auch in der Stadtbibliothek, zumindest im englischen Original. Ansonsten sind sie zum Grossteil im Piper-Verlag erschienen, teilweise Anfang der 90er auch im Haffmans-Verlag, wo ich zuerst auf sie gestossen bin. Zur Zeit sind sie im deutschsprachigen Buchhandel nicht so gut zu bekommen… ich würde euch raten, gleich die englischsprachigen Originale zu besorgen oder die deutschsprachigen Ausgaben antiquarisch zu erwerben. Zwischendurch hört ihr heute Musik von Sylvia Juncosa und Kimya Dawson… die Privatdetektivin selbst bevorzugt klassische Musik und Opernarien, die sie auch selbst gern vor sich hinsingt… nun erstmal ein Lied, damit ich ein Gläschen Whiskey mit viel Eis zu mir nehmen kann….

 

Wolfgang Hilbig zum 75sten…Beulenspiegels literarische Irrf-Fahrt

Hier noch eine verspätete Übernahme der Geburtstagsendung für Wolfgang Hilbig von Dieter Kalka mit Dank an Dieter Stasiak… (gesendet bei Radio Blau und in der Allgäuer Milschschleuder zum 31.8.2016)

BEULENSPIEGELS LITERARISCHE IRFF-FAHRT
VIERTER STREICH
Link zur Hilbig-Sendung
Link zu den anderen Sendungen
geburtshaus wolfgang hilbig
In der Mitte das Geburtshaus von Wolfgang Hilbig in der Rudolf-Breitscheid-Straße
Foto: Bildarchiv H. D. Stasiak

ZU WOLFGANG HILBIGS 75. GEBURTSTAG erzählt sein Schulkamerad Dieter Stasiak über Schulschwänzereien, rote Gummistiefel und den Schrankenwärter an der Töpferei.

Moderation: Anja Sokolowski-Bieszczadska
geburtshaus von wolfgang hilbig
Geburtshaus von Wolfgang Hilbig nach Abriss (Grünfläche links).
Rechts: Hochfrequenzwerkstätten: dort arbeitete W. Hilbig im Keller im Werkzeuglager und hatte, wie im Roman „Die Weiber“ beschrieben,
über die Gitterroste den Blick nach oben unter die Röcke der Frauen.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak

Dazu lesen Wilhelm Bartsch, Jan Kuhlbrodt & Dieter Kalka
ihre Hilbig gewidmeten Gedichte
aus dem eben erschienenen Sonderheft des
Poesiealbums.

hilbigs schulfreund dieter stasiakwolfgang hilbighans peter
Unzertrennliche Freunde: Dieter Stasiak, Wolfgang Hilbig und der Arbeitskollege und Boxer-Sportsfreund Hans J. Peter.
Nach dessen tödlichem Sportunfall hat Wolfgang Hilbig den Boxsport sofort an den Nagel gehängt.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak

wolfgang hilbig im boxring
Wolfgang Hilbig (rechts) im Boxring, der zu Wettkämpfen im Meuselwitzer Stadthaus aufgebaut wurde.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
In Zusammenarbeit mit der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft
und Radio Blau Leipzig
motor meuselwitz geraeteturner-riege
Motor Meuselwitz. Turnerriege.
5. v. l.: Wolfgang Hilbig
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
Die auf dieser Website gezeigten Fotos wurden freundlicherweise von Dieter Stasiak zur Verfügung gestellt und illustrieren die Erzählungen des Schulfreundes.meuselwitz hainbergsee
Hainbergsee, Meuselwitz.
Die Freunde trafen sich auf der Halbinsel (nicht im Bild).
Der eher wasserscheue Wolfgang wählte den Landweg zum Treffpunkt,
während die anderen beiden hinschwammen.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak

Weswegen Wolfgang Hilbig aufhörte zu boxen, weswegen sie Schule schwänzten, wo sie sich trafen, wann Wolfgang Hilbig zu schreiben begann,dieter stasiak_hans-j-peter_am_hainbergsee

Dieter Stasiak und Hans J. Peter am Hainbergsee
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
wo sich die HASAG-Bande traf und wer dazugehörte, wie Wolfgang mit dem Verlust seines Vaters umging und zu wem er Vertrauen fasste,

Wolfgang Hilbig mit 14

Der 14-jährige Wolfgang Hilbig
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiakob Hilbig überhaupt schwimmen konnte, ja, und die Lieblingskneipen – das ist dann aber eine andere Geschichte.scharfe ecke

Eine von Hilbigs Lieblingskneipen, im Volksmund die „Scharfe Ecke“ genannt.
Ist leider, wie so vieles, abgerissen.
Foto: Bildarchiv H.D. StasiakDie Macher dieser Sendung verweisen freundlicherweise
auf die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft zu Leipzig

grosser_konsum_und_konsumbaeckerei_meuselwitz
Der Große Konsum (rechts) und die Konsumbäckerei (links).
Zwischen den beiden Gebäuden hat W. Hilbig einen Mordszene stattfinden lassen.
Im Großen Konsum hatte Hilbigs Mutter als Verkäuferin gearbeitet.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
und die in unregelmäßigen Abständen von Volker Hanisch durchgeführten Hilbig-Wanderungen in Meuselwitz, die auf der Website des Thüringer Literaturrates beschrieben sind.
geburtshaus_wolfgang_hilbig__bildarchiv-h-d-stasiak
Links das Geburtshaus von Wolfgang Hilbig.
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
stadtplan meuselwitz

Stadtplan Meuselwitz (Ausschnitt)
Wichtige Schauplätze in Hilbigs Kindheit:
– Rudolf-Breitscheidstraße, wo Hilbig und seine Freunde von der HASAG-Bande wohnten
– auf dem als städtischen Industriegelände ausgewiesenen Areal  befand sich die zerbombte Munitionsfabrik der HASAG, von der nach dem Krieg noch das Kellergeschoss übrig war und als Spielplatz diente
– rechts daneben auf dem als „Wohnsiedlung“ ausgewiesenen Terrain befand sich das KZ Meuselwitz, Außenstelle Buchenwald. Einige der Häuser waren bis ca 2010 bewohnt
– Weinbergholz: Nachmittagstreff der HASAG-Bande
– Eisenbahnlinie mit Bahnwärterhäuschen gegenüber der Tonwarenfabrik Kölbel: Zeit für Streiche. Aber der Schrankenwärter war ein besonderer Vertrauter Hilbigs.
– Grube Fortschritt: als Aschegrube genutzt und Spielplatz der HASAG-Gang
– „man hat mir erlaubt, Disteln zu köpfen“ – Hilbigs Gedicht über den „wüsten Garten“ meint den großväterlichen wilden Garten kurz hinter der Kurve zur Grube Fortschritt auf der rechten Seite
– Hochfrequenzwerkstätten Görler: Hilbigs Arbeitsplatz und Schauplatz von „Die Weiber“
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
luftbildpostkarte von meuselwitz Meuselwitz von oben
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak
Fotos aus dem Archiv von Wilhelm Bartsch

Preise und Feiern
hilbig bartsch schlesinger

Die Lyriker Wolfgang Hilbig und Wilhelm Bartsch
und der Maler Gil Schlesinger
Foto: Archiv W. Bartschlesung bartsch hilbig
Verleihung des Grimme-Preises an Wilhelm Bartsch 1988 in Hanau
2.v.r: W. Hilbig
Foto: Archiv W. Bartsch

bartsch & hilbig
Wilhelm Bartsch & Wolfgang Hilbig in den 80ern. Foto: Archiv W. Bartsch

bartsch hilbig
Wilhelm Bartsch & Wolfgang Hilbig
in Merseburg anläßlich der Verleihung des Walter-Bauer-Preises an Wolfgang Hilbig 2002, Laudatio: W. Bartsch


lesung bartsch hilbig
Lesung 1988 in Hanau
2.v.l: Wolfgang Hilbig, 3.v.l. Wilhelm Bartsch
Foto: Archiv W. Bartsch

wilhelm bartsch in meusel witz
Wilhelm Bartsch mit Fleischerschweinchen im Park von
Mäusel-Witz
Foto: Archiv W. Bartsch

Vielen Dank, Wilhelm,
für die Fotos und fürs Einlesen deines wunderbaren Hilbig-Gedichtes!

Und dann wird weiter gestreicht!

Im Winter 2017
ist mit einer weiteren Hilbig-Sendung zu rechnen!

Veranstaltungen der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft:
Hier

In Vorbereitung:

Polnische Lyrik 2: Mit Marek Sniecinski, Breslau
Chassidische Legenden
Polnische Lyrik 3: Zielona Góra
Lyrik von Kai Engelke, Surwold
Poesie der Arbeitswelt. Über die Berufssprache der Bergleute. Ein Gespräch mit einem Bergmann.

schlittenfahren
W. H. auf dem Schlitten
Foto: Bildarchiv H.D. Stasiak

Das Büro…warten auf Band 6….

Zur Überbrückung des Wartens und schön dilettantisch (der Genever forderte sein Opfer) eine Huldigung des Romans „Das Büro“ meertens2von J.J. Voskuil. Maarten Koning hätte es natürlich besser gemacht. Zwei Stunden über das 5200 Seiten umfassende Roman-Epos  unterlegt mit diverser Musik zur Überbrückung der Trinkpausen, belgischem Bier und jungem Genever… eigentlich bei Radio Blau (Leipzig) in der Sendung Allmähliche Zerkrümelung am 4.12.2016 von 22-24 Uhr. Hier das sehr empfohlene Gesamtwerk

Zur nächsten Buchmesse freuen wir uns wieder auf eine Bürolesung (so ca. 23.-26. März)  im Sächsischen Psychiatriemuseum… Das Büroteam  von Radio Blau ist dabei…

Allmähliche Zerkrümelung 0117

Als ich die Sendung geplant hab, hatte ich irgendwie die Anfangsszene aus dem ungarischen Film Satantango im Kopf…. anhaltendes Elend wäre eine gute Umschreibung für diesen Film, der über einen Spielzeit von 7 Stunden hinweg die Zustände in einem überaus korrupten ungarischen Dorf, einer Art im Niedergang befindlichen LPG schildert. Das Hauptstilmittel sind episch lang angehaltene Bilder von verregneten grauen Dorfstrassen oder in der Anfangsszene die verlassen wirkenden Kühe der aufgegebenen Kolchose. Die Verfilmung von Bela Tarr basiert auf dem Roman von Laszlo Krasznahosatanxrkai, dessen erster Roman das im Jahre 1985 war.Verbunden hab ich das Nachdenken über Satantango, das ich gerade gelesen habe, mit der Musik der australischen Band Feedtime, aus deren Musik man ebenfalls so eine Art epische stampfende Melancholie raushören kann. Die erste Platte von Feedtime kam 1985 auf dem Label Aberrant in Sidney raus.

Schwabinggrad Ballett & Arrivati

 

Igruenn dieser Sendung geht es um eine musikalische Gruppe mit dem schönen Namen Schwabinggrad Ballett & Arrivati… die haben nämlich gerade eben einen Tonträger veröffentlicht namens „Beyond Welcome“… wenn du jetzt genau hinguckst, wirst du sehn, dass es sich sogar um zwei musikalische Gruppen handelt, nämlich einmal das Schwabinggrad Ballett und dann noch die Gruppe Arrivati. Die Gruppe Arrivati ist 2014 zum Schwabinggrad Ballett dazugekommen und seitdem gibt es gemeinsame musikalische und aussermusikalische Aktivitäten. Arrivati hat sich aus einer Hamburger Lampedusa-Gruppe herauskristallisiert, die sich aus politischen Aktivisten mit Fluchthintergrund sozusagen zusammensetzt und der Titel der Platte „Beyond Welcome“ bezieht sich ja auch ganz direkt auf diesen Begriff der sogenannten Willkommenskultur. Das Schwabinggrad Ballett hat sich um 2000 rum gegründet, vielleicht erinnert ihr euch daran, das damals noch niemand von einer „Willkommenskultur“ gesprochen hat, jedenfalls war die Art und Weise, wie Asyl, Flucht und Migration Anfang und Mitte der 90er Jahre in deutschen Medien und in der deutschen Mehrheitsgesellschaft verhandelt wurden alles andere als einladend. Ich glaube auch, das die grossen Parteien und die grossen Medien damals noch unbedenklicher mit populistischen Gedanken gespielt haben und das es bis zur Verabschiedung des Dubliner Übereinkommens, das 1997 in Kraft getreten ist und das die Geflüchteten und Asylberechtigten damals wirksam an den damaligen europäischen Aussengrenzen konzentriert und natürlich auch danach eine durchaus rassistische Grundstimmung gegeben hat, die besonders auffällig an Orten verbreitet war an denen man eigentlich noch nie einen Ausländer gesehen hatte oder ihn als Teil einer wie auch immer gearteten Gemeinschaft betrachtet hatte. Aus dieser Situation heraus hat es ab 1997 an verschiedenen Orten in Deutschland aber auch im europäischen Ausland antirassistische Grenzcamps oder NoBorder-Camps gegeben, die sowas wie Lobbyarbeit für Geflüchtete leisten wollten und diesen rassistischen Konsens ein bisschen in Frage stellen wollten. Auf einem dieser Grenzcamps, ich glaube im brandenburgischen Forst hab ich die Gruppe „Les Robbespierres“ gesehen, ein Nebenprojekt mehr oder weniger der beliebten Punkband „Goldene Zitronen“, auch andere Bands aus Hamburg, z.b. Blumfeld oder die Braut haut aufs Auge haben damals versucht sich aus diesem reinen Musik um der Musik willen rauszubegeben und ihre Vorstellung von Punk oder wasweissich mit einem Engagement gegen diesen Zeitgeist des politischen Desinteresses und Alltagsrassismus zu verbinden. Ich selbst hab die Goldenen Zitronen als kleiner Dorfpunk eigentlich schon zu ihrer Funpunkzeit gern gehört, aber kaum eine Band hat es so gut geschafft durch Zusammenarbeit mit anderen Musikern und musikalische Offenheit irgendwie wichtig und relevant zu bleiben. Höchstens die niederländischen Punks von The Ex aus Amsterdam fallen mir da noch ein. Und im Kern dieses neuen Projekts Schwabinggrad Ballett sind nämlich auch Leute aus diesem Umfeld dieser speziellen Hamburger Szene um die Zitronen, Bernadette La Hengst, Knarf Rellöm und das Label Buback Tonträger tätig, wenn auch im Moment mir da nur Ted Gaier von den Zitronen als Musiker aktiv zu sein scheint, ansonsten handelt es sich beim Schwabingrad Ballett um ein wechselnd besetztes interventionistisches Kunst und Musikkollektiv, das sich nicht auf musikalische Aktivitäten beschränkt. Das passt eigentlich wieder ganz gut zu den damaligen Grenzcamps, wo man gänzlich in rosafarbene Fantasiekleidung gehüllt mit einem kompletten Demonstrationszug durch Frankfurter Kaufhäuser und Fussgängerzonen gecheerleadered ist und für kurze Zeit Gewohnheiten und Gesetze des Alltags ausser Kraft setzen konnte. Aber im Mittelpunkt von Schwabinggrad Ballett steht eigentlich schon längst nicht mehr nur so eine spezifische Hamburger Szene, sondern aus der Zusammenarbeit mit Geflüchteten und Aktivisten, die die Fallstricke der deutschen und europäischen Asylgesetzgebung aus einer ganz persönlichen Perspektive kennengelernt haben. Das ist auch eine besondere Qualität der Platte „Beyond Welcome“, das sie nicht bloss die Rechte von Geflüchteten repräsentiert, sondern eben auch die Verschiedenheit von Blickwinkeln abbildet, denn die Geflüchteten sind ja auch keine homogene Masse. Dass ist aber vielleicht immer schwierig, wenn man sich für die Rechte einer Gruppe von Menschen einsetzen will, ich vermute dass es da Erwerbsloseninitiativen oder Gewerkschaften vielleicht ähnlich geht.